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Schweizer Fleisch, Biofleisch, regionales Fleisch – was sind die Unterschiede?

5.3.2021

Schweizer Fleisch? Biofleisch? Regionales Fleisch?

Ist Biofleisch gesünder? Was genau bedeuten eigentlich diese Label? Ist Schweizer Fleisch wirklich nachhaltiger? – Solche oder ähnlich Fragen hast Du dir bestimmt auch schon gestellt. Mit diesem Blogbeitrag wollen wir etwas Licht ins Dunkel bringen und Dir einen Überblick geben, wo genau die Unterschiede liegen zwischen den diversen  Bezeichnungen und Label. Wir beantworten Dir 5 spannende Fragen zum Thema Schweizer Fleisch und Fleisch Label.

Ist Schweizer Fleisch besser als importiertes Fleisch?

Über die Frage, inwiefern sich Schweizer Fleisch geschmacklich von Importfleisch unterscheidet, lässt sich sicherlich streiten. Geschmäcker sind ja bekanntlich sehr verschieden. Einige Dinge lassen sich aber dennoch vergleichen.

Die Tierhaltungsrichtlinien der Schweiz gelten als die strengsten der Welt. So ist beispielsweise für jede Tierart genau festgehalten, wie viel Platz ein Tier im Stall zur Verfügung haben muss, es sind nur artgerechte Futtermittel zugelassen, Hormone und Antibiotika zur Leistungsförderung sind strikte verboten und die Bauernbetriebe in der Schweiz sind im Durchschnitt kleiner als in anderen Ländern, was den Tieren ebenfalls zugute kommt. Auch die Dauer eines Tiertransportes ist in der Schweiz auf einige Stunden beschränkt, wobei die Transportwege innerhalb des Landes allgemein kurz sind. Die Schweizer Standards in der Tierhaltung übertreffen die ausländischen also in vielen Punkten.

Wie überall, gibt es auch hier Ausnahmen. In vielen Ländern Südamerikas werden Tiere, insbesondere Rinder, das ganze Jahr über im Freien gehalten, was nicht nur fürs Tierwohl, sondern in der Regel auch für die Ökobilanz des Fleisches besser ist. Ähnliches gilt auch für Länder wie Neuseeland oder Irland.

Preislich hat das importierte Fleisch in der Regel die Nase vorn. Dies hängt wiederum mit den kleinen Betrieben, den strengeren Richtlinien aber auch mit den höheren Margen der Detailhändler in der Schweiz zusammen. Wer allerdings auf der Suche nach einem speziellen Stück, wie einem argentinischen Rumpsteak (Bife de Chorizo) ist, kann dafür auch mal etwas mehr ausgeben.



Wie unterscheidet sich Bio Fleisch von konventionellem Fleisch?

In der biologischen Landwirtschaft wird viel Wert auf artgerechte Tierhaltung, Biodiversität und geschlossene Kreisläufe gelegt. Dies bedeutet, dass das Futter für die Tiere hauptsächlich auf dem eigenen Betrieb Produziert wird und die bei der Nutztierhaltung anfallenden Nebenprodukte wie Mist oder Gülle wiederum als Dünger eingesetzt werden. Ausserdem werden soziale Anforderungen an Biobetriebe gestellt und die Verarbeitung der Produkte soll schonend und auf möglichst natürlich Art und Weise erfolgen.

Wichtig ist hier zwischen Bio Suisse und anderen Bio-Labeln zu unterscheiden. Die Knospe Richtlinien sind um einiges strenger als beispielsweise die Kriterien des EU-Bio Gütesiegels. Viele Bio-Label in der Schweiz (Naturaplan, Fidelio, Migros Bio, etc.) sind aber an die Richtlinien der Knospe angelehnt oder erfüllen diese sogar vollständig.

Umgekehrt bedeutet aber konventionelle Fleischproduktion nicht gleich “schlechte Tierhaltung” oder gar “schlechte Produkte”. Die Vorschriften für die Tierhaltung in der Schweiz sind grundsätzlich streng und sehr viele Bauernbetriebe in der Schweiz übertreffen diese Vorschriften freiwillig.

Was bedeuten Label wie Weide-Beef oder Naturafarm?

Für in der Schweiz verkaufte Lebensmittel existieren mittlerweilen zahlreiche Label (Gütesiegel), sodass es schwierig ist, den Überblick zu behalten. Solche Label zeichnen meist Produkte aus, die unter Einhaltung bestimmter Richtlinien hergestellt oder in bestimmten Regionen produziert wurden. Der Labelinhaber gibt dabei die Kriterien für den Erhalt eines Labels vor und die Produzenten werden durch unabhängige Kontrollstellen auf das Einhalten dieser Kriterien überprüft.


Einige häufige Label und was dahinter steckt:

Bio Weide-Beef: Das Gütesiegel der Migros zeichnet Rindfleisch aus biologischer Produktion aus und legt besonderen Wert auf Weidehaltung. Die Rinder müssen das ganze Jahr über Zugang zu einem Auslauf haben und im Sommer mindestens 8 Stunden täglich auf der Weide verbringen.

Natura-Beef: Der Verein Mutterkuh Schweiz zeichnet Rindfleisch aus Ammen- und Mutterkuhhaltung mit “Natura-Beef” aus. Diese Tiere müssen in Laufställen gehalten werden und ständig Zugang auf  einen Laufhof haben. Auch für die Anzahl Weidetage und für die Fütterung gibt es Vorschriften.

Coop Naturafarm: Das Label zeichnet Produkte der Firma Coop aus tierfreundlicher Auslaufhaltung aus. Produzenten müssen sich dabei an die Bestimmungen des Bundes für besonders tierfreundliche Stallhaltung (BTS) und regelmässigen Auslauf ins Freie (RAUS) halten.

Fidelio: Das Label wird vom Unternehmen Fidelio Biofreiland AG verwendet und zeichnet Fleisch aus biologischer Landwirtschaft aus. Dabei gelten die strengen Bio Suisse Vorschriften für Tierhaltung, Fütterung, Transport und Schlachtung. Bei verarbeiteten Produkten mit diesem Gütesiegel müssen 95% der Zutaten aus biologischer Produktion stammen.

SwissPrimGourmet: Das Gütesiegel wird vom Verein Mutterkuh Schweiz vergeben und legt Wert auf besonders hohe Fleischqualität. Es beinhaltet strenge Vorschriften für die Fütterung, Haltung und Rückverfolgbarkeit in der Produktionskette.

Quelle: Labelinfo.ch


Welches Fleisch ist am nachhaltigsten?

Eine Ernährung reich an tierischen Produkten verursacht in den meisten Fällen mehr CO2, als eine vegetarische oder gar Vegane Ernährung. Allerdings haben auch nicht alle tierischen Produkte dieselbe Ökobilanz. Die Produktion von Geflügel oder Schweinefleisch verursacht zum Beispiel fast viermal weniger CO2-Äquivalente als die Produktion von Rindfleisch.

Auch Biofleisch kann aufgrund der schonenden Produktion und der geschlossenen Kreisläufe als nachhaltiger bezeichnet werden. Allerdings ist die Menge an CO2-Äquivalenten, die dabei entsteht nicht zwingend geringer, als bei konventioneller Landwirtschaft.

Schmeckt regionales Fleisch vom Metzger besser?

Tatsächlich gibt es einige Faktoren, die für den besseren Geschmack von regionalem Fleisch sprechen. Die kurzen Transportwege sorgen für weniger Stress bei den Tieren, was zur Folge hat, dass das Fleisch nachweislich zarter und saftiger ist. Fleisch in lokalen Metzgereien wird in der Regel sorgfältiger verarbeitet, denn in kleinen Betrieben ist vieles Handarbeit und das Fleisch bekommt oftmals mehr Zeit zum “reifen” als dies in grossen Produktionen der Fall ist. Regionales Fleisch schmeckt aber vermutlich in erster Linie deshalb besser, weil es beim Metzger des Vertrauens gekauft wurde, die Herkunft bekannt ist und die Wertschöpfung so in der eigenen Region bleibt.



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