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Insights: Interview mit Firmengründer Christian Philippi

1.6.2021

7 Fragen an Quarterfood Gründer Christian


Christian, was hat Dich dazu bewogen, Quarterfood zu gründen?

Seit jeher interessiert mich die Digitalisierung im Lebensmittelbereich, denn neben den eigentlichen Herausforderungen im E-Commerce, stellen sich u.a. spezifische Anforderungen an Marketing und Logistik. Zuvor hatte ich bereits Firmen im Lebensmittel Online Bereich gegründet und fand mit Swiss Startup Factory den richtigen Partner, um mit Quarterfood die Digitalisierung im Fleischgewerbe voranzutreiben. 

Wir möchten dem lokalen Lebensmittelgewerbe eine Online-Plattform bieten, damit wir auch noch in Zukunft regionale Produkte und Spezialitäten geniessen, respektive bei unserem wöchentlichen Einkauf berücksichtigen können. Durch die Förderung des regionalen Einkaufs, hoffen wir zu mehr Nachhaltigkeit, zur Erhaltung des Handwerks im Lebensmittelbereich und zur Standortentwicklung beizutragen.

Die Konkurrenz im E-Commerce im Lebensmittelbereich ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Was unterscheidet Quarterfood von anderen Anbietern?

Wir möchten regionalen Lebensmittel Anbietern die Möglichkeit bieten, auf einfache Weise von der Digitalisierung zu profitieren und ihnen in Zukunft eine zwischenbetriebliche Zusammenarbeit ermöglichen, so dass der Kunde sich ein Warenkorb aus diversen Anbietern zusammenstellen und liefern lassen kann. 

In einem ersten Schritt bieten wir interessierten Metzgern ihren eigenen Online-Kanal, der für sie einfach in der Anwendung ist und mit einer Kombination aus attraktivem Preismodell und Vertrauen schaffendem Support aufwartet.

Wir glauben, dass der Online-Lebensmittelverkauf aus diversen Gründen noch weiter zunehmen wird. Corona war dabei ein Katalysator. Wir zielen darauf ab, den Konsumenten ein möglichst regionales Produkt- und Serviceangebot zu unterbreiten, indem wir Metzgern und anderen Anbietern dazu die nötigen Werkzeuge zur Verfügung stellen. 

Unsere Partner stehen bei uns im Vordergrund, denn jeder kennt seine Kunden und seine Region und kann den Online-Shop entsprechend führen. D.h. ein Partner entscheidet weitestgehend selbst über angebotene Produkte, Dienstleistungen sowie Preise.

Quarterfood ist die zentrale Plattform, auf der Konsumenten nach regionalen Anbieter-Online Shops suchen, und sich zu Lebensmittel-Themen informieren können. 

Unser Ansatz ist also sehr regional ausgerichtet.

Die Konsumenten sollen ihren Wocheneinkauf mit Produkten der lokalen Anbieter zusammenstellen können.


Was sind aktuell Eure grössten Herausforderungen?

Grundsätzlich einmal Metzger von den Vorteilen der Digitalisierung, und dass es sich um ein langfristiges Investment handelt, zu überzeugen. Es benötigt viel Zeit, Fleischfachgeschäfte an Bord zu holen, obwohl wir das wohl attraktivste E-commerce Angebot für sie auf dem Markt haben.

Mehr Konsumentenfeedback zu Quarterfood und den Angeboten der einzelnen Metzgern zu erhalten wäre schön, um so unsere Partner besser beraten zu können und die Kundenzufriedenheit weiter zu steigern.


Gab es bisher etwas, womit Du bei der Gründung nicht gerechnet hättest? Unerwartete Stolpersteine oder sonstige Überraschungen?

Natürlich Corona. Wer hätte vor 15 Monaten gedacht – da war unsere Firma gerade einmal 6 Monate alt – dass eine Pandemie anrollt und zu einem solchen Gamechanger wird. Den Menschen ist viel Leid widerfahren, Existenzen wurden bedroht oder zerstört, aber auch einige Chancen sind entstanden. Diese gilt es zu identifizieren und ergreifen.

Am Anfang waren wir uns nicht sicher, ob es einfacher sein wird, Konsumenten zu gewinnen oder Metzger auf unsere Plattform zu bringen. Ich dachte, Konsumenten wären schwieriger zu überzeugen, heute weiss ich, beide Seiten bedürfen unserer Aufmerksamkeit. Schliesslich spielt das ganze zusammen; je mehr Metzger wir in diversen Regionen als Partner gewinnen und je breiter deren Sortiment, desto mehr Kunden können wir von unserem Angebot begeistern.

Christian Philippi


Wie soll es weitergehen? Wo siehst Du das Unternehmen in 5 Jahren?

Wir wollen die erste Schweizer Plattform für regionale Anbieter sein, die eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Partnern ermöglicht und ihre Identität bewahrt.

Die Konsumenten sollen ihren Wocheneinkauf mit Produkten der lokalen Anbieter zusammenstellen können, diesen geliefert bekommen und zwar so, dass er preislich mit den Supermärkten mithalten kann. Alles soll im besten Fall mit der vorhandenen Infrastruktur der Partner abgewickelt werden, was der Nachhaltigkeit förderlich ist. 

Richtig freuen würde mich, in Zukunft ein pflanzen- oder zellbasiertes Steak zu grillieren, das richtigem Fleisch mindestens in nichts nachsteht.


Was gefällt Dir besonders gut an Deinem Beruf?

Der Umgang mit verschiedenen Menschen aus diversen Bereichen gefällt mir sehr, da man immer wieder auf’s Neue etwas lernen kann. (Digital, Landwirtschaft, Lebensmittelgewerbe) Man erfährt beispielsweise einiges über neue Produkte und Produktionsprozesse, aber auch über Sorgen und Denkmuster in der jeweiligen Branche.

Ideen mit einem Team aus Mitarbeitern und Experten umzusetzen macht natürlich Spass. Dies, und die Möglichkeit seinen Arbeitsalltag selbst zu gestalten, gibt einem ein Gefühl der Freiheit, ist aber auch mit der entsprechenden Verantwortung verbunden.  


Quarterfood ist eine Metzgerplattform – würdest Du Dich selbst als Fleisch-Liebhaber bezeichnen?

Wir haben uns für Metzger entschieden, da diese ein in der Handhabung komplexes Produkt vertreiben. Vom handwerklichen Wissen, über die Logistik bis zum Aufbau des Vertrauens beim Konsumenten ist viel Arbeit im Spiel. Dieses Know How lässt sich auch bei Anbietern aus anderen Branchen anwenden.

Ich bin grundsätzlich ein Fan guter Lebensmittel, darunter fällt natürlich auch Fleisch. In einer Runde unter Freunden, haben wir uns einmal gefragt, auf welche Lebensmittel man nicht verzichten möchte. Bei mir war es schnell klar: Salat, Fleisch und Schokolade.

Spannend finde ich aber die Entwicklung im Fleischersatz-Sektor. Hier erwarte ich in den nächsten Jahre grosse Fortschritte, vor allem was Konsistenz und Geschmack angeht. 

Als Grill Enthusiast habe ich für mich bis jetzt in dieser Hinsicht noch keine Produkte auf dem Markt gefunden, die punkto Kulinarik und Beschaffenheit mit Fleisch mithalten können. Ich betrachte diese Produkte aber als willkommene Alternativen, die mehr Abwechslung in den Speiseplan bringen. Richtig freuen würde mich, in Zukunft ein pflanzen- oder zellbasiertes Steak zu grillieren, das richtigem Fleisch mindestens in nichts nachsteht und erst noch optimiert für unser Wohlbefinden wäre.



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